Digitalisierung - wer regiert die Welt?


Justizministerin Katy Hoffmeister
Justizministerin Katy Hoffmeister

Erleichtert uns Digitalisierung das Leben oder nimmt sie uns unsere Individiualität? Steht Digitalisierung für Vielfalt der Möglichkeiten oder für Reduzierung des Denkens? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich am 27.9.2018 Elft- und Zwölftklässler/innen im Rahmen des regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Studientags. Mit Impulsvorträgen zu Gast waren Prof. Dr. Peter Schallenberg, Moraltheologe aus Paderborn, Katy Hoffmeister, Justizministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Frau Dr. Sucker von der Friedrich-Ebert-Stiftung MV bzw. Philipp da Cunha, SPD-Abgeordneter im Landtag MV.

Hier finden Sie die Einführungsrede der Abteilungsleiterin des Gymnasiums, Frau Dr. Meike Rodegro.

Die Justizministerin griff in ihrem Vortrag das bereits 1983 formulierte Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung auf und hob hervor, dass es das Nichtvergessen und die unheimlichen Verknüpfungsmöglichkeiten (im Netz) seien, die den Schutz unserer Daten so wichtig werden ließen. Das Neue an der Datenschutzverordnung 2018 sei, dass jeder jederzeit umdenken könne und seine sorglos preisgegebenen Daten später zumindest in einem gewissen Umfang wieder einsammeln könne. Aber dazu gehöre, dass man Datenschutz auch wollen müsse, jeder Einzelne von uns!


Prof. Dr. Schallenberg beleuchtete Digitalisierung aus Sicht der Ethik und hob hervor, dass Ethik sich höchstens fragmentarisch digital abbilden lasse. Am Beispiel von Barmherzigkeit und Liebe führte er aus, dass jede und jeder von uns etwas anderes darunter verstehe und dies nur schwer in Algorithmen zu fassen sei. Technik könne Ethik Hilfestellung leisten, aber die große Frage bleibe, bis wohin wir Digitalisierung wollten.

Der SPD-Abgeordnete Philipp da Cunha betonte, dass wir in vielen Lebensbereichen schon mitten in der Digitalisierung seien, und hob lobend hervor, dass Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile explizit in ein Ministerium integriert sei. Da Cunha formulierte als sein Anliegen, dass die Gesellschaft auf dem Weg der Digitalisierung mitgenommen werde.

Neben Herrn da Cunha haben dankenswerterweise Schüler-Workshops gestaltet: Joachim Böskens, Chefredakteur beim NDR, Tobias Neumann, Sozialarbeiter bei der evangelischen Jugend Schwerin, Dr. Lutz Rentzow, Justizministerium, sowie Kunstlehrer und Fotograf Christian Schmidtke.

Hier finden Sie eine Übersicht über Ablauf und Angebote am Kolloquiumstags.